Das Frauenviertel in Rudow – ein Stadtteil am Rand Berlins, doch auch ein Symbol. Hier tragen alle Straßen Frauennamen: Spuren von Leben, Arbeit, Fürsorge und Widerstand. Zwischen den Häusern summen Geschichten – wie Bienen im Schwarm. Sie erzählen von Sichtbarkeit, Gemeinschaft und Mut. Von Frauen, die Räume schufen, Gesetze änderten, Kinder heilten und Archive bewahrten.
Das Projekt „Mehr als Namen – Frauen*räume schaffen“ von Schauspielerin und Regisseurin Mareike Wenzel und Künstlerin und Architektin Anna Krenz lädt dazu ein, feministische Stadtgeschichte neu zu entdecken. Gemeinsam mit anderen Frauen* begeben sie sich auf die Spuren historischer Frauen, ziehen Parallelen zur Gegenwart und schreiben neue Geschichten für ein Frauenviertel der Zukunft.
Mareike Wenzel entwickelte das Konzept für den Audiowalk. Sie führte Gespräche mit Expertinnen wie Claudia von Gélieu, Politikwissenschaftlerin und Autorin aus dem Frauenviertel Rudow sowie anderen Expertinnen und Frauen* rund um das Frauenviertel und darüber hinaus. Diese Stimmen verwebt sie mit den Geschichten der namensgebenden Frauen sowie mit fiktiven Geschichten über Bienen und das Zusammenleben, Erzählung über Sichtbarkeit und Selbstbestimmung.
Anna Krenz entwickelte das visuelle und theoretische Manifest der feministischen Stadt, basierend auf Analysen und Recherchen im Frauenviertel sowie auf ihrer urbanistischen Theorie des „Spiral Model“. Das Manifest entsteht in Text und Illustration und bildet ein künstlerisches wie methodisches Nachdenken über Stadt, Geschichte, Gegenwart und Zukunft.
Inspiriert vom Leben der Bienen – den ältesten Architektinnen der Welt – verbindet das Projekt Fürsorge, Gemeinschaft und nachhaltige Stadtentwicklung. Gemeinsam schaffen Wenzel und Krenz ein vielschichtiges Narrativ über feministische Stadtgestaltung.
Der Audiowalk fand zunächst live im Frauenviertel statt und ist nun online abrufbar. Beide Formate Audio Walk und visuelles Manifest bilden gleichberechtigte künstlerische Zugänge zu einem gemeinsamen Thema: der Sichtbarkeit von Frauen* im urbanen Raum.
